Wasserlinsen: ein Anbauversuch

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    Sebastian Lahr
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    Hellooo,

    Entengrütze ist genau so lecker wie der Name vermuten lässt? Von wegen!
    Entengrütze oder besser gesagt die Kleine Wasserlinse “Lemna minor” hat ziemlich viele und ziemlich beeindruckende Eigenschaften. Unter anderem hat sie – je nach Nährmedium auf dem sie wächst – den gleichen Proteingehalt wie die Sojabohnen mit einem auf den menschlichen Bedarf nahezu optimalen Aminosäuremuster? Das war Grund genug die Wasserlinse nach Hause zu holen und den Anbau um kleinen Maßstab zu erproben. Grundlegendes findest du dazu hier. Falls dir noch etwas einfällt würde es uns freuen, wenn du dich an dem Wiki bzw. an dieser Seite beteiligst und mit uns dein Wissen und deine Leidenschaft teilst.

    Gesagt, getan: Die Wasserlinse wurde von einem Aquarianer bezogen und schon ging es los:

    Da ich im Sommer letzten Jahres meinen ersten Versuch startete Tomaten Hydroponisch (also ohne Erde – die stehen im Nährmedium) wachsen zu lassen, dachte ich mir, dass es eine gute Idee ist, so auch erstmal das Wasser, in denen die Wasserlinsen wachsen sollten, einzustellen (deshalb ist das Wasser rötlich; EC = 0,8). Der Vorteil ist, dass damit mit Sicherheit alle Nährstoffe im Wasser sind. Universal-Gartendünger geht aber bestimmt auch.

    Lemna im neuen Zuhause

    Um die Luftfeuchtigkeit jetzt im Winter zu steigern habe ich den Eimer mit Folie abgedeckt und für den Luftaustausch mit ein paar Löchern versehen.
    Richtig spannend wird es allerdings erst, wenn die Wasserlinsen nicht auf gekaufter Nährstofflösung wachsen, sondern ihr volles Potenzial unter Beweis stellen können.

    Wie du schon auf der dazugehörigen Wiki-Seite lesen kannst, ist die Wasserlinse ziemlich gut darin Wasser zu filtern. Wieso also nicht organische Reststoffe, also Küchenabfälle, aufbereiten und damit eine Pflanze wachsen lassen, die als alternative Proteinquelle heiß diskutiert wird?
    Ich hab also (Süß-)Kartoffel- und Karottenschalen kleingeschnitten, sie in einen Druckverschlussbeutel gesteckt, mit Wasser übergossen und Übernacht stehen lassen. Über ein Sieb trennte ich am nächsten Morgen die Flüssigkeit von den Schalen, die ich danach erneut mit Wasser übergoss und erneut stehen ließ.

    Bestes Schalenextrakt

    Diese – okay, ich gebs zu – nicht ganz appetitliche Suppe kam dann zu den Wasserlinsen, die ich dann für einige Tage sich selbst überließ.

    Wasserlinse im Schalenextrakt

    Als ich ein paar Tage später meinen Versuch euphorisch begutachtete, war selbige schnell verflogen. Das Kohlenhydrathaltige “Schalenextrat” war vor allem ein grandioser Nährboden für Pilze und so schwommen zwar recht ansehnliche Myzelflocken auf der Oberfläche, welche leider dafür sorgten, dass die Lemna starb.
    Obendrein fing das neu angesetzte “Kartoffelschalenwasser” im Druckverschlussbeutel an zu gären.

    Okay, ich wollte vor allem einen für den Hausgebrauch unkomplizierteren Aufbau, als der, den man in der Wikiseite nachlesen kann.

    Jetzt setze ich auf eure Anregungen:
    – Lag es an den nicht optimalen Wachstumsbedingungen der Wasserlinse (Licht fehlt im Winter) und somit an einem zu langsamen Entzug der Nährstoffe des Wassers?
    – Hätte ich das Nährmedium belüften müssen (Wasserlinse wächst auch auf Tümpeln und ich dachte, dass man sich das sparen kann)?
    – Tümmelten sich einfach zu viele Nährstoffe im Wasser, die von der Wasserlinse nicht schnell genug aufgenommen werden konnten?

    Jetzt ziehe ich erstmal ein paar Wasserlinsen nach :(… Dieses mal mit hydroponischer (anorganischer) Nährlösung.

    #959 Antworten
    Martin Reich
    Teilnehmer

    Sehr cool, Sebastian!
    Besonders spannend, weil hier wirklich Schwarmwissen helfen könnte, den Anbau zu optimieren. Ich selbst habe das auch noch nicht probiert…
    Interessant wäre vielleicht mal, den Nährstoffgehalt der Lösung nach Deinem Protokoll zu messen, hat denn niemand eine HPLC zur Hand? 🙂

    #1034 Antworten
    Sebastian Lahr
    Teilnehmer

    Da ich bei den Wasserlinsen natürlich weder Kosten noch Mühen scheue, ist der schon bestellt und sollte bald eintreffen :D.

    Ich habe jetzt zwei Eimer mit Wasserlinsen, noch schwimmen die Wasserlinsen jeweils auf Nährlösung. Wenn die sich jetzt gut etablieren, soll ein Behälter auf organische Reststoffe umgestellt werden, vielleicht erstmal auf Kaffeesatz.

    #1035 Antworten
    Sebastian Lahr
    Teilnehmer

    Okay…. Algen machen sich breit!
    Die Leitfähigkeit von EC ca 800 ist vielleicht zu viel. Ich probiere mal 600 aus und werde berichten!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 6 Monaten von Sebastian Lahr.
    #961 Antworten
    Sebastian Lahr
    Teilnehmer

    … ich hab mir natürlich gleich einen bestellt, der steht seitdem im Keller 🤓.

    Ich kann leider nur mit der Leitfähigkeit den Gehalt von Substanzen messen. Für die anorganische Lösung habe ich Nährstofflösungen von General Hydroponics verwendet (Flora, Micro, Gro) und die zusammengemixt.

    Jetzt stand allerdings die erste Ernte an:
    Frisches Erntegut :)

    das habe ich dann mal kurz unter den Wasserhahn gehalten und dann in den Topf gegeben:
    Haferflocken, TK-Obst + Wasserlinsen :)

    Am Ende herausgekommen ist das:

    Green Porridge Fruit Bowle :D

    Mehr folgt, dann auch hoffentlich mit organischen Nährstoffen aus Küchenabfällen!

    #2225 Antworten
    Martin Reich
    Teilnehmer

    Hey Sebastian! Wie ging es mit Deinem Wasserlinsen-Versuch weiter? 😀

    LG
    Martin

    • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monaten, 1 Woche von Martin Reich.
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Antwort auf: Antwort #2225 in Wasserlinsen: ein Anbauversuch
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